Blick in unser Archiv: Die Heckelfrauen

Über ein besonderes Silvesterfest – vor 43 Jahren – Die Heckelfrauen

Auf Initiative von Jutta Gard, die den Frauen der Kollegen ihres Mannes einen Brief schreibt und sie alle zu einem gemeinsamen Treffen bittet, entsteht die Gruppe der Heckelfrauen, bereits rund 6 Tage nachdem 220 Arbeiter den Betrieb Heckel GmbH besetzt hatten. Der ehemalige Familienbetrieb, fast 200 Jahre alt, wurde 1977 von Arbed Saarstahl übernommen – von dieser Zeit an gab es dann immer wieder Gerüchte, dass das Werk geschlossen wird – Gerüchte, die allerdings im Sommer 1982 konkret Gestalt annahmen – und das erfuhren die dortigen Arbeiter nicht etwa durch die Betriebsleitung – sondern durch die Tagespresse – zwei Hungerstreiks 1982 waren eine Reaktion, im November erfolgte eine Betriebsbesetzung der Arbeiter, aber eben nicht nur das –   auch deren Frauen erklärten sich solidarisch und gründeten „die Heckel Frauengruppe“, die Ihre Männer im solidarischen Kampf um die Arbeitsplätze damals unterstützten.

Sie waren es auch, die die Silvesterfeier der in dem Betrieb ausharrenden Männer „mit einem deftigen Silvesteressen, das aus Sauerkraut und Würstchen bestand, bereicherten. Zu Gast waren damals auch Dr. Brunhilde Peters und Reinhard Klimmt von der SPD, die Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Burbach, die IGM Songgruppe, die Theatergruppe Blaue Maus und andere.

Trotz dieses Programms gingen die Familien doch in gedrückter Stimmung ins das Jahr 1983.

Näheres über die Heckelfrauen ist schön zusammengefasst in der eigens von den Frauen zusammengestellten Broschüre „100 Tage Arbeitskampf an der Seite unserer Männer. Heckel Frauen berichten…“ Kommt vorbei und schaut gerne hinein. Spürt wie viel Kraft Solidarität geben kann – gestern – heute – morgen.

Und wer über die Broschüre hinaus noch Unterlagen, Notizen, Fotos oder ähnliches hat, bitte gerne damit zu uns kommen, wir würden uns riesig freuen!

Fotos: Titelblatt, S. 17 und 79 aus der Broschüre „100 Tage Arbeitskampf an der Seite unserer Männer. Heckelfrauen berichten. 1983. Auflage: 2000 Stück
Quelle: FrauenGenderBibliothek Saar, SAAR-205