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Blick ins Archiv: Feministische Partei DIE FRAUEN

Blick ins Archiv: Feministische Partei DIE FRAUEN

Im Juni: 31 Jahre Feministische Partei DIE FRAUEN

„Na endlich!“ So begann Luise Pusch ihre Rede zur Gründung der Feministischen Partei DIE FRAUEN am 10. Juni 1995 in Kassel. Vorausgegangen war der Frauenstreiktag am 8. März 1994, an dem ca. 1 Millionen Frauen in vielen Regionen des Landes teilgenommen hatten. Die Organisatorinnen wollten die für den Streiktag aufgebauten Strukturen erhalten und politisch effektiver gestalten.

In der Rede von Jutta Oesterle-Schwerin zum 1. Geburtstag der Partei 1996 heißt es:

„Dieses Land braucht eine feministische Partei, um dem unmenschlichen, lebensfeindlichen Kapitalismus mit Klugheit, Vernunft, Verantwortungsbewusstsein und der Lebenserfahrung von Frauen zu begegnen. …  Feministische Sichtweisen sind ungeheuer vernünftig und sachbezogen.   „Gerade weil Frauen die Betrogenen sind in diesem System und weil sie das im Grunde auch wissen, gerade deswegen haben sie die Chance, eine einflussreiche Kraft in dieser Republik zu werden.“

Die Feministische Partei DIE FRAUEN versteht sich (sie existiert tatsächlich noch) als konsequente politische Kraft für Gleichstellung und die Sichtbarmachung feministischer Perspektiven. Ihr Anspruch war es, ein Gegengewicht zu etablierten Parteien zu bilden, die Fraueninteressen nicht ausreichend vertreten würden, doch seit der Gründung verzeichnet die Partei nur sehr geringe Stimmenanteile und spielt auf Bundes- wie Landesebene keine nennenswerte Rolle, ihre mediale Sichtbarkeit geht gegen null. Einen Landesverband gab es im Saarland nie.

So kann sie nicht die Rolle erfüllen, was sie einst sein wollte: die einer politischen Mahnerin, deren Wert vor allem darin liegt, feministische Anliegen auf der Wahlebene sichtbar zu machen.

Foto: 
Flyer mit dem Kurzprogramm der Feministischen Partei Die Frauen, Bonn 1995

Weitere Materialien über die Feministische Partei DIE FRAUEN gibt es unter PO:99-1 im Archiv der FrauenGenderBibliothek Saar.

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Blick in unser Archiv: Die Heckelfrauen

Blick in unser Archiv: Die Heckelfrauen

Über ein besonderes Silvesterfest – vor 43 Jahren – Die Heckelfrauen

Auf Initiative von Jutta Gard, die den Frauen der Kollegen ihres Mannes einen Brief schreibt und sie alle zu einem gemeinsamen Treffen bittet, entsteht die Gruppe der Heckelfrauen, bereits rund 6 Tage nachdem 220 Arbeiter den Betrieb Heckel GmbH besetzt hatten. Der ehemalige Familienbetrieb, fast 200 Jahre alt, wurde 1977 von Arbed Saarstahl übernommen – von dieser Zeit an gab es dann immer wieder Gerüchte, dass das Werk geschlossen wird – Gerüchte, die allerdings im Sommer 1982 konkret Gestalt annahmen – und das erfuhren die dortigen Arbeiter nicht etwa durch die Betriebsleitung – sondern durch die Tagespresse – zwei Hungerstreiks 1982 waren eine Reaktion, im November erfolgte eine Betriebsbesetzung der Arbeiter, aber eben nicht nur das –   auch deren Frauen erklärten sich solidarisch und gründeten „die Heckel Frauengruppe“, die Ihre Männer im solidarischen Kampf um die Arbeitsplätze damals unterstützten.

Sie waren es auch, die die Silvesterfeier der in dem Betrieb ausharrenden Männer „mit einem deftigen Silvesteressen, das aus Sauerkraut und Würstchen bestand, bereicherten. Zu Gast waren damals auch Dr. Brunhilde Peters und Reinhard Klimmt von der SPD, die Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Burbach, die IGM Songgruppe, die Theatergruppe Blaue Maus und andere.

Trotz dieses Programms gingen die Familien doch in gedrückter Stimmung ins das Jahr 1983.

Näheres über die Heckelfrauen ist schön zusammengefasst in der eigens von den Frauen zusammengestellten Broschüre „100 Tage Arbeitskampf an der Seite unserer Männer. Heckel Frauen berichten…“ Kommt vorbei und schaut gerne hinein. Spürt wie viel Kraft Solidarität geben kann – gestern – heute – morgen.

Und wer über die Broschüre hinaus noch Unterlagen, Notizen, Fotos oder ähnliches hat, bitte gerne damit zu uns kommen, wir würden uns riesig freuen!

Fotos: Titelblatt, S. 17 und 79 aus der Broschüre „100 Tage Arbeitskampf an der Seite unserer Männer. Heckelfrauen berichten. 1983. Auflage: 2000 Stück
Quelle: FrauenGenderBibliothek Saar, SAAR-205

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Blick in unser Archiv: Frauenband „Schneewittchen“

Blick in unser Archiv: Frauenband „Schneewittchen“

Kennen Sie unser kleines, regionalhistorisches Frauenarchiv mit Beständen, die über 50 Jahre zurückreichen? In unregelmäßigen Abständen möchten wir Ihnen besondere Stücke aus unserem Bestand vorstellen. Jedes Objekt erhält eine kurze Beschreibung und Einordnung, damit Sie nach und nach entdecken können, welche spannenden Materialien sich in unserem Archiv verbergen.

Vielleicht merken Sie dabei auch, dass noch bei Ihnen zu Hause das eine oder andere Flugblatt, das ein oder andere Foto oder ein Aktenordner lagert, irgendetwas, was zu unserem Bestand passen würde? Was hier digitalisiert und für die Zukunft bewahrt werden würde? Dann kontaktieren Sie uns gerne: info@frauengenderbibliothek-saar.de oder 0681/9388023


SCHNEEWITTCHEN:  ZERSCHLAG DEINEN GLÄSERNEN SARG
Das, so könnte man sagen, war das Motto einer der ersten reinen Frauenprofibands, die 1977 in Hamburg gegründet wurde und die bis 1981 bestand.
In ihren Liedern setzten sich die vier Musikerinnen der Gruppe für die Befreiung und Selbstverwirklichung von Frauen ein.
Legendär das Konzert mit der Frauenband Schneewittchen am 23.11.1979 im Audimax an der Saaruniversität, welches viel Engagement von den im Organisieren von Events noch unerfahrenen Frauen erfordert hatte.
Mit nächtlichen Plakatklebeaktionen wurden erfolgreich hunderte Besucherinnen mobilisiert, während des Konzerts allerdings setzte sich der Konzertflügel in Bewegung und stürzte in den Zuschauerraum.
Trotzdem (oder gerade deswegen) bleibt das Konzert als großartiges Event in Erinnerung der Zeitzeuginnen.
Lieder wie „Der goldene Tampon“, das „Klitörchen“ oder „Der Feminist“ findet man, versehen mit Gitarrenakkorden, Noten und Text bei uns in der FrauenGenderBibliothek Saar. Lust gemeinsam zu singen? Dann macht Euch auf!

Foto: Waltraut Biester – Schneewittchens Liederbuch, Reinbek b. Hamburg 1982, S. 167 CC BY-SA 4.0
Konzertplakat „Schneewittchen“ 23.11.1979 Quelle: Archiv FrauenGenderBibliothek Saar

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