Neu im Bestand

Neu in der Ausleihe

Neu in der Ausleihe

Der Bestand der FrauenGenderBibliothek Saar hat sich erweitert! Hier ein Teil der Neuzugänge aus Belletristik und Fachliteratur:

“Zinkjungen” (2014) von Literaturpreisträgerin #SwetlanaAlexijewitsch stellt aus Interviews mit Soldaten und Hinterbliebenen des Afghanistankriegs eine Geschichte über die Realitäten des Kriegs zusammen.

“FemFacts” (2022) von Michaela Leitner ist Fachliteratur mit einem Augenzwinkern, die mit Illustrationen und Texten eine “feministische Bestandsaufnahme” der Gleichberechtigung in Deutschland unternimmt.

In “Iran – Die Freiheit ist weiblich” (2021) erzählt Golineh Atai aus der Sichtweise von neun Frauen von deren Unterdrückung unter dem Mullah-Regime.

Außerdem NEU im Bestand:

“Porträt einer Ehe” – Maggie O’Farrell (2022)

“Klassenbeste” – Marlen Hobrack (2022)

“Global Female Future” – Andrea Ernst (2022)

“Manifesto” – Bernardine Evaristo (2022)

“Intersektionalität in Feministischer Praxis” – Eliane Kurz (2022)

“All die Frauen, die du warst” – Sedef Ecer (2022)

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Neu in der Ausleihe

Neu in der Ausleihe

Wir haben unseren Bestand um weitere interessante Bücher erweitert!
Neben Blutbuch von Kim de L’Horizon, ausgezeichnet mit dem Deutscher Buchpreis 2022, haben wir auch andere neue Romane gekauft:
Kukolka von Lana Lux erzählt von einem ukrainischen Mädchen, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990-er Jahre nach Freiheit und Wohlstand sucht, dabei aber in falsche Hände gerät.
In Die Ungeduldigen skizziert Véronique Olmi die Anfänge des Feminismus im Frankreich der 1970-er Jahre anhand einer Familiengeschichte mit den Protagonistinnen Sabine, Mariette und Hélène nach.
Unser Vortrag am 29. November (in Koop. mit Deutsch-Amerikanisches Institut Saarland und North American Studies at Saarland University) wird sich um das neue Buch von Juliane Schäuble drehen, die in Guns n´ Rosé die konservativen Frauen als Bewegung in den USA vorstellt und analysiert.
Weitere Bücher, die bei uns NEU in der Bibliothek zu finden sind:
Hinter dem Regenbogen – Nadia Hashimi
Zami: Eine neue Schreibweise meines Namens – Audre Lorde
Wahlverwandt & unermüdlich – Traude Bührmann
Nachtbeeren – Elina Penner
Indigene Feminismen: Movements and Moments – Sonja Eismann (Hrsg.) u.a.
Gendern – Lena Völkening
Becoming – Michelle Obama
Was Männer kosten – Boris von Heesen
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Neu im Bestand: „Hundepark“ von Sofi Oksanen

Neu im Bestand: „Hundepark“ von Sofi Oksanen

Sofi Oksanen erzählt in diesem literarischen Thriller, wie reiche Europäerinnen ihre Kinderwünsche auf Kosten armer Frauen erfüllen und sie damit in tiefes Unglück stürzen. Ein Roman über Intrigen, Verrat und Mord in der globalen Kinderwunschindustrie der sich zwischen dem heutigen Finnland und der Ukraine nach dem Zusammenbruch der UdSSR bewegt. (Verlagstext)

Sofi Oksanen wurde 1977 geboren und studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Ihr dritter Roman “Fegefeuer” wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und machte sie auch in Deutschland zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der internationalen Gegenwartsliteratur.

Außerdem von Sofi Oksanen in der FrauenGenderBibliothek Saar:
Stalins Kühe (2003)
Fegefeuer (2008)
Als die Tauben verschwanden (2012)

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Neue Bücher im Bestand

Neue Bücher im Bestand

Folgende Bücher haben wir ab sofort neu in der Ausleihe:

Julia Korbik: Bonjour Liberté – Francoise Sagan und der Aufbruch in die Freiheit

Luise F. Pusch und Sookee im Gespräch: Feminismus und Sprache

Afropäerinnen – Theatertexte aus Frankreich und Belgien von Laetitia Ajanohun, Rébecca Chaillon, Penda Dioui und Éva Doumbia

Birgit Buchinger, Renate Böhm und Ela Großmann (Hrsg.): Kämpferinnen

Violette Leduc: Thérèse und Isabelle

Mareice Kaiser: Das Unwohlsein der modernen Mutter

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Buchrezension von Feministisches Lesen zu “Sphinx” von Anne Garréta

Buchrezension von Feministisches Lesen zu “Sphinx” von Anne Garréta

Die FrauenGenderBibliothek Saar präsentiert eine Rezension von www.feministischeslesen.de zu “Sphinx” von Anne Garréta. Das Buch steht bei uns zur Ausleihe bereit.

Rezension von Tanja:

Hast du schon einmal eine Liebesgeschichte gelesen, bei der das Geschlecht der beiden Protagonist*innen kein einziges Mal genannt wurde? Für uns war es das erste Mal.

Anne Garréta hat mit ihrem Roman „Sphinx“ genau das geschaffen – und zwar schon 1986. Mitte der 2010er Jahre erhielt das Buch mit seiner noch immer aktuellen Thematik erneut jede Menge Aufmerksamkeit, als es aus dem Französischen erstmals ins Englische (2015) und Deutsche (2016) übersetzt wurde. Keine leichte Aufgabe, denn rein grammatikalisch betrachtet findet sich auf 184 Seiten kein einziger Hinweis darauf, welches Geschlecht die Erzählinstanz und deren große Liebschaft A*** haben. Kein Pronomen – keine Thematisierung des Geschlechts.

Und doch sei beim Korrektorat kaum aufgefallen, dass sich in die englische Übersetzung vor deren Veröffentlichung an zwei Stellen ein kleines „her“ eingeschlichen hatten. Die Übersetzerin Emma Ramadan – und mit ihr die Lektoratsabteilung – scheinen also trotz des Drahtseilakts des Schweigens der Autorin ein recht genaues Bild im Kopf gehabt zu haben, an welcher Stelle es sich um eine handelt. Nach unserer Lektüre des Romans können wir ihr Kopfkino nur zu gut nachvollziehen.

Lesen erzeugt Bilder im Kopf

Wann hast du zuletzt eine Buchverfilmung angeschaut und warst mit der Auswahl der Schauspieler*innen so gar nicht zufrieden? Figur x wurde im Buch doch brünett und rundlich beschrieben, Person y müsste deutlich größer sein und im schlimmsten, aber leider nicht seltenen Falle: Warum um alles in der Welt spielt ein*e weiße*r Schauspieler*in eine BIPoC-Figur? Diese Diskrepanz entsteht einerseits durch die viel zu heteronormative Filmbranche, andererseits aber auch aus unseren Vorstellungen heraus. Beim Lesen entstehen in unseren Köpfen Bilder, die Kreativität wird angeregt, wir stellen uns anhand der Beschreibungen der*des Autor*in – und manchmal auch darüber hinaus – genau vor, wie die Figuren der Erzählung wohl aussehen mögen und welche Handlungen ihrem Charakter entsprechen. Werden uns Informationen vorenthalten, versuchen wir – bewusst oder unbewusst – diese aus dem Kontext zu erschließen und die weißen Flecken des Storyboards mit Leben zu füllen.

Eine häufig beschrittene Ebene, die zur Kategorisierung und Beschreibung von Menschen genutzt wird, ist das Geschlecht. Würden wir im Zuge eines eigenen Buchentwurfs unsere Figuren einer*einem Zuhörer*in vorstellen, würden wir ihnen vermutlich sehr schnell ein Geschlecht zuordnen, ebenso wie ein gewisses Alter, eine Hautfarbe, eine soziale Schicht oder ein gewisses Umfeld, das ihren Kontext verdeutlicht, also eine komplexe Person entstehen lässt. Obwohl wir uns in unserem Buchclub – und darüber hinaus – sehr stark mit der Dekonstruktion von Stereotypen und des dualen Geschlechtersystems (also der Aufteilung in Mann und Frau) beschäftigen, waren wir unglaublich überrascht darüber, wie schnell auch unsere Köpfe den beiden Protagonist*innen ein Geschlecht zuordneten.

Stellenweise erschien es uns außerdem so, als habe sich auch Anne Garréta anderer Mechanismen bedient, um das Fehlen des Geschlechts zu kaschieren. Uns fiel besonders die häufige Thematisierung der Hautfarbe auf – Ich weiß und A*** Schwarz. Es wurde in Momenten erwähnt, aus denen keine Erklärung eines bestimmten persönlichen Hintergrundes hervorging, kein Aufzeigen bestimmter struktureller Mechanismen. Es schien an manchen Stellen lediglich der besseren Visualisierung der Personen zu dienen. Möglicherweise ist uns bei diesem Punkt aber auch etwas entfallen oder es liegt an der zeitlichen Distanz zwischen der Erstveröffentlichung des Romans 1986 und unserer Lebenswelt – fast 35 Jahre später. Dass die Hautfarbe in einer Erzählung nicht erwähnt wird, kommt deutlich häufiger vor als es bei Geschlecht der Fall ist. In den meisten Fällen werden Protagonist*innen einfach weiß gedacht.

Wie liest sich eine Liebesgeschichte ohne Geschlecht?

Abseits aller Gender-Themen sei als erstes erwähnt: Der Roman lässt sich flüssig lesen, das Aussparen voller Namen und jeglicher Pronomen mit Bezug auf Ich und A*** stört überhaupt nicht. So kompliziert das Schreiben und Übersetzen gewesen sein mögen – als Leser*in merkt man davon nichts.

Was eine*n jedoch durchweg ins Grübeln stürzt, sind die Beschreibungen innerhalb der Erzählung – seien es Äußerlichkeiten, Handlungen oder Charakterzüge der beiden Figuren. Wie ein nicht beauftragter Detektiv (denn es wäre ja durchaus denkbar, sich einfach auf die Geschichte zweier Menschen einzulassen, ohne deren Geschlecht zu kennen) schließt der Kopf automatisch auf ihm bekannte Stereotype, die sich im Laufe der Handlung festigen, an anderer Stelle jedoch widersprechen: Wenn Ich Theologie studiert (wohlgemerkt in den 80er Jahren, als der Roman erschien), handelt es sich dann nicht wahrscheinlich um einen Mann? Wenn A*** versucht einer sexuellen Beziehung auszuweichen, um die Freundschaft nicht zu gefährden, denken wir dann nicht eher an eine Frau? Und was verrät uns der Handlungsort, das flirrende Nachtleben der Pariser Rive Gauche, wo sich in den 80er Jahren viele lesbische Paare vergnügten?

Die Antwort auf alle Fragen ist einfach: Diese Merkmale verraten wenig, in den meisten Fällen sogar rein gar nichts über das Geschlecht. Die Fragilität dieser Theorie freier Gender-Auslebung, frei von Stereotypen, wie wir sie in jedem Gespräch bis aufs letzte verteidigen würden, wurde uns durch das Lesen dieses Romans immer wieder vor Augen geführt – und zwar in unseren eigenen, vermeintlich aufgeklärten Köpfen.

Daher von unserer Seite eine ganz klare Empfehlung: Lies diesen Roman, hinterfrage deine Ansichten und die Stereotype in deinem Denken und tausche dich danach unbedingt mit anderen darüber aus, um eine womöglich festgefahrene Sichtweise auf die beiden Hauptfiguren aufzulockern.

Das Ergebnis unseres Buchchlub-Treffens

Wie bereits angedeutet, war dieses Buchclub-Treffen ein besonders aufschlussreiches. Denn statt über im gelesenen Buch aufgestellte Theorien zu sprechen, mussten wir uns selbst hinterfragen und mit unserer Ausdrucksweise kämpfen. Geschlechtsneutral über Ich und A*** zu reden, hat uns an unsere sprachlichen Grenzen gebracht und uns die erlernten Automatismen der uns umgebenden Gesellschaft aufgezeigt. Nur unter größter Konzentration schafften wir es, alle Möglichkeiten offen zu halten. Da sich ein „sie“ oder „er“ nicht durchgehend vermeiden ließ, merkten wir schnell, dass wir die gleichen Vorstellungen davon hatten, welche Figur welches Geschlecht haben müsse. Aus diesem Umstand heraus ergab sich eine kleine Ernüchterung bei uns. Erwartet hatten wir größere Diskrepanzen, eine größere Herausforderung beim Lesen und nicht, dass sich für uns schon in den ersten Kapiteln ein so deutliches Bild ergeben würde.

Die Arbeit begann also nach dem Lesen: Gemeinsam versuchten wir, unsere mittlerweile verfestigten Vorstellungen zu dekonstruieren, untersuchten einige Textpassagen noch einmal gemeinsam und lasen sie gezielt aus einem anderen Blickwinkel. Vor allem aber bemühten wir uns, aus dem allseits bekannten Mann-Frau- (bzw. Mann-Mann oder Frau-Frau) Schema auszubrechen. Könnte es sich nicht auch um eine intersexuelle, nicht-binäre oder trans Person handeln? Weist Anne Garrétas Widmung „To the Third“ auf der ersten Seite des Buches nicht sogar sehr deutlich darauf hin? Bezeichnet sich Ich nicht selbst als „Transe im Sich-Vergrübeln“? (S. 129) Sangen die beiden Protagonist*innen nicht gemeinsam „You’ve been reachin‘ for yourself for such a long time. No need to explain, I’m not here to blame […]“? (S. 155)

Schlussendlich ist uns vor allem eines aufgefallen: Wie unfähig wir waren, diese Geschichte zweier Menschen einfach als geschlechtslose zu akzeptieren. Und diese Tatsache regt definitiv zum Nachdenken an.

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Buchrezension von Boob Books zu “Im Park der prächtigen Schwestern” von Camila Sosa Villada

Buchrezension von Boob Books zu “Im Park der prächtigen Schwestern” von Camila Sosa Villada

Die FrauenGenderBibliothek Saar präsentiert eine Rezension von www.boobbooks.de zu “Im Park der prächtigen Schwestern” von Camila Sosa Villada.
Das Buch steht bei uns zur Ausleihe bereit.

Rezension von Nicole:

Worum geht’s?
Argentinien, Córdoba, die 90er-Jahre: Nur nachts kann Camila ihrer Identität als Transfrau Ausdruck verleihen. Zuhause hat der gewalttätige Vater (aka Patriarch der Familie) das Sagen, während die Mutter schweigend zuschaut. Vom Hass ihrer Umgebung verjagt, findet Camila schließlich einen Ort, wo sie ihresgleichen trifft. Ihre Wahlfamilie besteht aus Sexarbeitenden und Marginalisierten; starken Frauen*, die sich mithilfe von Solidarität und Lebensfreude gegen Gewalt und Ausgrenzung wehren. Jede Person innerhalb der Transgender-Gruppe hat ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Leid. Gemeinschaft und Schwesterlichkeit lindern etwas davon.

„Wenn eine von uns traurig war, dann lud Angie sie auf was Warmes zu trinken ins nächste Lokal ein und sagte: ››Transsein ist ein Fest, meine Liebe, sieh nur, wie alle uns anstarren‹‹.“ (Im Park der prächtigen Schwestern Camila Sosa Villada)

Camila nimmt uns mit und zeigt uns das Leben im Sarmiento-Park, das Zusammenfinden und -leben, erzählt von Tía Encarna, die in dem Moment Mutter wird, als sie ein Baby im Gestrüpp findet. Sie erzählt von María, die sich langsam in einen Vogel verwandelt. Camila zeigt uns ihr Leben, ihre Maskerade, wie sie versucht, ihre trans*-Identität als Studentin zu verbergen, während sie in den Nächten als Sexarbeiterin unterschiedlichsten Männern begegnet. Mit manchen von ihnen hat sie Sex, weil sie sie mag, doch die meisten Männer tun ihr Gewalt an.

Was Villadas Roman eigentlich tut, ist die Heuchelei der argentinischen Gesellschaft zu enthüllen. Während trans*-Menschen wie Villada tagsüber verspottet und ausgegrenzt werden, kommen nachts dann insbesondere die Männer aus der bürgerlichen Mitte an, um ihre Bedürfnisse nach Sex, Erniedrigung und Macht auszuspielen.

Gelesen auf: Deutsch
Nase zwischen den Seiten: 3 Abende und eine Mittagspause
Seitenanzahl: 220
Preis: 14,95 € (D)
Erschienen im Januar 2021 beim suhrkamp-taschenbuch-Verlag
Übersetzt: Aus dem Spanischen von Svenja Becker

Leseerlebnis:
Buchdeckel zuklappen. Innehalten. Wieder einsteigen. Das Lesen fühlte sich an mancher Stelle an, als würde ich durch die Seiten voller poetischer Sätze sprinten, bis mich eine Gewalts- oder Missbrauchsszene zum Durchatmen zwang. Also, „Fuck“ sagte ich bei diesem Buch nicht nur einmal.

Boobscore: 4 von 5 Boobs ( • ) ( • ) ( • ) ( • )

Halleluja! Ick bin ja so froh, dass endlich Bücher von trans*-Personen aus dem globalen Süden verlegt werden. Villadas Roman kriegt vier wunderschöne Boobs von mir, die ich ihr gerne kniend darbieten würde, aus Bewunderung für diesen Roman und den (ach!) tollen Schreibstil. Als Roman/teils Memoir schreit er nicht von jeder Seite INTERSEKTIONALER FEMINISMUS, sondern zeichnet das Leben von starken trans*-Personen und Sexarbeitenden in Argentinien nach. Wir bekommen ein Porträt, welches Missstände beleuchtet und uns vor Augen hält, wie wichtig Solidarität und Schwesternschaft ist – insbesondere wenn man von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt wird. „Im Park der prächtigen Schwestern“ ist zwar ein poetisches aber kein kämpferisches Manifest. Denn irgendwann gehen die Schwestern vom Sarmiento-Park ihre eigenen Wege und verlieren sich aus den Augen, obwohl sie sich brauchen.

Literarisches Feuerwerk?
Unbedingt und hundert Prozent! Die Wörter fließen, richtige Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Inhaltlich harter Tobak, poetisch verpackt.

Stoff zum Nachdenken:
Man hofft und fragt sich ständig: Gibt es inzwischen mehr Akzeptanz für trans*-Personen in Argentinien? Wie sieht die Situation in anderen Ländern aus, hier in Deutschland zum Beispiel? Besondere Schocker-Momente sind auf jeden Fall die dargestellten Erlebnisse von Sexarbeiter*innen. Wie kann man Sexarbeitende schützen, wie stärken und ihre Arbeitsbedingungen verbessern? Und wie kriegen wir’s hin, dass Menschen sich nicht prostituieren müssen, wenn sie nicht wollen? Jo, also der intersektionale Blick lohnt sich mal wieder: Diese Dynamik zwischen der Ablehnung von bestimmten Geschlechtsidentitäten seitens der Mehrheitsgesellschaft und Armut macht einen krass wütend und verdeutlicht nur, dass feministische Kämpfe nur gemeinsam ausgefochten werden können, in Solidarität.

Bestes Geschenk für
… all diejenigen, die ihre Leseerfahrung mit Perspektiven von trans*-Personen aus dem Globalen Süden bereichern wollen. Menschen, die kein Bock darauf haben, würde ich es trotzdem in die Hand drücken 😉

Happy Hour
Puh, ich schwanke zwischen Kamillen-Tee und `nem Schluck Whisky, um die Nerven zu beruhigen.

Zu dieser Lebenslage passt das Buch
Schwiiiiierig zu sagen. Am besten liest man Villadas Roman, wenn man sich nicht in einer Weltschmerz-Phase befindet.

A little Bio never killed nobody
Camila Sosa Villada wurde 1982 in der argentinischen Provinz Córdoba geboren und arbeitete als Sexarbeiterin, bevor ihr mit einem selbstproduzierten Theaterstück über ihr Leben als Transgender der schauspielerische Durchbruch gelang. Seitdem spielt sie Rollen für Film, Fernsehen und Theater, schreibt Gedichte und Romane, und gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Trans-Community in Lateinamerika.

Das sagt Nicole über sich:
Mein Herz schlägt ja ziemlich laut für Literatur, insbesondere für feministische Sachen. Deswegen könnte ich mir immer wieder in den Arsch beißen, dass ich mich der Politikwissenschaft verschrieben habe und nicht der Literatur. Freue mich daher riesig, beide Welten bei Boob Books Ausdruck zu verleihen.

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Neu: Buchrezensionen in Kooperation mit „Boob Books“ und „Feministisches Lesen“

Neu: Buchrezensionen in Kooperation mit „Boob Books“ und „Feministisches Lesen“

In Zukunft werden wir hier regelmäßig Buchrezensionen der beiden saarländischen Literaturblogs „Boob Books“ (www.boobbooks.de) und „Feministisches Lesen“ (www.feministischeslesen.de) zu ausgewählten Büchern, die wir neu im Ausleihbestand haben, präsentieren.

Wir empfehlen unbedingt auch die weiteren Rezensionen der Blogs zu lesen und / oder ihren Instagram-Accounts zu folgen!

Für den Start haben wir ausgewählt:

„Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo

und

„Kindheit – Teil 1 der Kopenhagen-Trilogie” von Tove Ditlevsen

Wir wünschen gute Lektüre!

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Neu im Bestand: Standardwerk der Ur- und Frühgeschichtsforscherin Marie E.P. König

Neu im Bestand: Standardwerk der Ur- und Frühgeschichtsforscherin Marie E.P. König

Dank einer Spende können wir das Standardwerk der Ur- und Frühgeschichtsforscherin Marie E.P. König in unseren Bestand aufnehmen und damit eine Lücke schließen:
Marie E.P.König: Am Anfang der Kultur. Die Zeichensprache des frühen Menschen, Gebr. Mann Verlag Berlin, 1973 – mit Original-Unterschrift der Autorin!
Die Erinnerung an diese Ausnahme-Wissenschaftlerin wachzuhalten, beschäftigt die FGBS schon seit langem:
Dr. Annette Keinhorst, Vorständin, veröffentlichte im DDF ein Essay zu Marie E.P.König: Eine Forscherin auf der Suche nach dem (weiblich geprägten) Anfang der Kultur, das war die Saarbrückerin Marie E. P.König, deren Thesen in der Neuen Frauenbewegung großen Anklang fanden: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/marie-ep-koenig

Auch bei den Vorschlägen zur Straßenbenennung nach Frauen ist Marie E.P. König dabei:  FrauenSichtenGeschichte (Hrsg.): … wegweisend. Mehr FrauenStraßenNamen für Saarbrücken! 2. Aufl. 2011, S. 28

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