MiNET Saar, das Mentoring-Netzwerk für Migrantinnen, setzt sein offenes Angebot für Teilnehmerinnen und Interessentinnen fort. Beim „Offenen Treff“ am 4.11.2015 von 16-18 Uhr in den Räumen der FrauenGenderBibliothek können sich Frauen mit und ohne Migrationsbiografie in gemütlicher Atmosphäre treffen und austauschen. Es gibt Kaffee, Tee und ein offenes Ohr.
Selbstfürsorge – Sich nehmen was gut tut
Beim offenen MiNET-Treff am 15.10.2015 ging es um ganzheitliche Frauengesundheit.
Heilpraktikerin Sabrina Altmaier gab Tipps und ließ Raum für Diskussionen und Erfahrungsaustausch.
Die wichtigsten Informationen und Empfehlungen kurz zusammen gefasst:
Gesundheit bedeutet nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Wohlbefinden von Körper und Geist in einem angenehmen sozialen Umfeld.
Diese Aspekte beeinflussen sich gegenseitig und sind in ständiger Veränderung, meist in zyklischer Struktur, z. Bsp. Tagesrhythmen, Monatszyklen, Jahreszeiten, Lebensphasen.
Es empfiehlt sich, diese Zyklen und die besonderen Charakteristika ihrer Phasen bewusst wahrzunehmen und zu spüren, welche Bedürfnisse gerade im Vordergrund stehen. Frauen fordern häufig zu wenig ein, was sie für ihr eigenes Wohlbefinden brauchen, weil sie sich um ihren Beruf, die Familie und andere Menschen oft stärker kümmern als um sich selbst. Gerade jedoch um die Kraft zu gewinnen, den täglichen Anforderungen gerecht zu werden, ist es sehr wichtig, sich selbst etwas Gutes zu tun. Das sollte Frauen ganz ohne schlechtes Gewissen genießen, wenn sie spüren, dass es ein Bedürfnis ist. Dies nennt man Selbstfürsorge und es ist ein elementarer Baustein von Gesundheit.
Was wem wann am besten tut, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Beim offenen Treff wurden viele Vorschläge gesammelt wie zum Beispiel:
– Sport
– Sich mit Freundinnen treffen (gemeinsam Kochen, Handwerken, Filme gucken, sich gegenseitig massieren,…)
– Lesen
– Baden
– Kulturveranstaltungen
– Essen gehen
– Nichtstun / Ruhe genießen
Ungeachtet vieler moderner Ernährungstrends gibt es immer noch einheitliche Basics für gesunde Ernährung:
– Viel regionales und saisonales frisches Gemüse
– natürliche Produkte
– wenig Zucker und Alkohol
– gute Salze (Stein- oder Meersalz) und Fette (pflanzlich)
– in angenehmer Gesellschaft in Ruhe bewusst genießen
– viel (Wasser) trinken
– das Essen wertschätzen: Nur 2% der Weltbevölkerung hat regelmäßig ausreichend zu essen
Ergänzen sollte dies regelmäßige Bewegung, Pausen vom täglichen Stress und ausreichend Schlaf.
Zum Erhalt der seelischen Gesundheit ist es wichtig, die Gesellschaft mit angenehmen Mitmenschen zu suchen, Emotionen zuzulassen (auch Trauer und Wut dürfen sein) und nur so viel einzuplanen wie zu schaffen ist.
Und jetzt kommt der Knackpunkt: Die Theorie ist ja eigentlich schon bekannt. Nun geht es darum, sich einerseits aktiv den Raum und die Zeit zu nehmen, um das zu tun, was zu ganzheitlichem Wohlbefinden führt und andererseits eingefahrene Routinen und Verhaltensweisen zu hinterfragen und sie dort anzupassen, wo es richtig erscheint.
Gewohnte Pfade zu verlassen und Neues zu wagen, erscheint manchmal schwierig – wenn es aber erst einmal gelungen ist, freut man sich doppelt über die positiven Effekte.
Nun noch eine kleine Abschlussempfehlung: Stress entsteht im Kopf und dort kann er auch bekämpft werden. Wenn der Bus zu spät kommt, kann man sich darüber aufregen oder sich über die gewonnene Pause freuen. Wenn es draußen regnet, kann man griesgrämig werden oder sich über die eigene gemütliche Wohnung freuen.
Positives Denken: Ein Klassiker, der in seiner Wirkung nicht zu unterschätzen ist!
🙂
Autorin der Zusammenfassung: Petra Stein
Aktuelle Genderforschung: Normierte Kinder
Die FrauenGenderBibliothek Saar lädt am Freitag, 30.10.2015 um 19:00 Uhr zu einer Buchvorstellung in die Großherzog-Friedrich-Straße 111 in Saarbrücken ein:
Normierte Kinder. Effekte der Geschlechternormativität auf Kindheit und Adoleszenz
Geschlechternormen beeinflussen uns von Geburt an – bis ans Ende unseres Lebens. Welche Effekte haben sie auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen?
Vermittelt durch Eltern/Familie, Schule und Gleichaltrige sind sie bislang Teil zwischenmenschlicher Beziehungen. Das Buch von Erik Schneider und Christel Baltes-Löhr zeigt: Die konventionelle Annahme einer Zweigeschlechtlichkeit führt dazu, dass Kindern geschlechterrollentypisches Verhalten beigebracht wird, um ihre Geschlechtsidentität herauszubilden. Der Vortrag geht den Gründen für diese Vorgehensweise nach und eröffnet die Diskussion über die Kluft zwischen den geltenden Normvorstellungen und der Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe. Die beiden AutorInnen zeigen den Weg auf zu einer Kultur des Respekts und der gegenseitigen Anerkennung.
ReferentInnen:
Erik Schneider (Dr. med.), Psychiater und Psychotherapeut, ist freiberuflich tätig im Bereich Medizin, Recht und Ethik.
Christel Baltes-Löhr (Prof. Dr.), Genderbeauftragte der Universität Luxemburg, ist u.a. Gender-Expertin in der EU Helsinki Group »Women and Science« und Koordinatorin der luxemburgischen nationalen Kontaktstelle im europäischen Migrationsnetzwerk (EMN NCP LU). Sie lehrt an der Universität Luxemburg.
Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem FORUM GESCHLECHTERFORSCHUNG der Universität des Saarlandes, Ansprechpartnerin: Univ.-Prof. Dr. Astrid M. Fellner
http://www.amerikanistik.uni-saarland.de/
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort, weitere Infos und Anmeldung:
FrauenGenderBibliothek Saar
Großherzog- Friedrich- Str. 111, 66121 Saarbrücken
info@frauengenderbibliothek-saar.de
Facebook: Frauen Gender Bibliothek Saar
Offener Treff mit Migrantinnen und Mentorinnen
MiNET Saar, das Mentoring-Netzwerk für Migrantinnen, setzt sein offenes Angebot für Teilnehmerinnen und Interessentinnen fort. Beim „Offenen Treff“ in den Räumen der FrauenGenderBibliothek können Frauen mit und ohne Migrationsbiografie sich in gemütlicher Atmosphäre treffen und sich austauschen. Es gibt Kaffee, Tee und ein offenes Ohr.
Beim Treff am Donnerstag, 15.10.2015, informiert die Heilpraktikerin Sabrina Altmaier über spezielle Fragen zur Frauengesundheit.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Wochen der Seelischen Gesundheit im Saarland statt.
Der Termin für den nächsten offenen Treff ist der 4.11.2015 zwischen 16:00 und 18:00 Uhr.
Das Projekt MiNET ist ein Teilprojekt des IQ-Landesnetzwerks Saarland in Trägerschaft der FrauenGenderBibliothek Saar.
Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
Stop Sexkauf! – Prostitution ist Gewalt gegen Frauen!
Vorstellung des Bündnisses Stop Sexkauf! und seiner Ziele und Aktionen durch die Aktivistinnen:
Dr. Anita Heiliger und Dr. Inge Kleine
Das bundesweite Bündnis Stop Sexkauf! kämpft für ein Ende der Prostitution in Deutschland. Prostitution bedeutet in ihren Augen Entwürdigung und Verletzung der Menschenrechte von Frauen.
Der Zusammenschluss von AktivistInnen und (Frauen-)Organisationen fordert als wichtigste Maßnahme, den Sexkauf unter Strafe zu stellen, also die Freierbestrafung, wie sie in einigen nordischen Ländern und in Frankreich geltende Praxis ist.
Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zeigen ein z.T. extrem hohes Ausmaß von körperlicher und psychischer Gewalt, dem Frauen in der Prostitution durch Freier und Zuhälter ausgesetzt sind, sowohl unmittelbar als auch durch posttraumatische Belastungsstörungen.
Das Bündnis skandalisiert die völlige Negierung dieser Tatsache durch die deutsche Bundesregierung, die trotz vielfacher, auch internationaler Kritik, an der Legalisierung der Prostitution festhält.
Auf Einladung der FrauenGenderBibliothek Saar erläutern Dr. Heiliger und Dr. Kleine diese und weitere Aspekte ihrer Kritik und stellen die Arbeit des Bündnisses Stop Sexkauf! vor.
Dr. Anita Heiliger ist Soziologin mit 33-jähriger Forschungserfahrung im Deutschen Jugendinstitut – schwerpunktmäßig zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen/Männlichkeitskritik- sowie 40 Jahre Engagement in der Autonomen Frauenbewegung, zuletzt Gründung des Netzwerks Stop Sexkauf! und Durchführung des „Internationalen Kongresses zum Abbau der Prostitution Stop Sexkauf!“ im Dezember 2014 in München.
Dr. Inge Kleine ist Lehrerin, Wissenschaftlerin sowie Aktivistin bei Kofra, Stop Sexkauf! und abolition 2014. Sie ist die Expertin für die Kontakte zu internationalen AbolitionistInnen.
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort, weitere Infos und Anmeldung:
FrauenGenderBibliothek Saar
Großherzog- Friedrich- Str. 111, 66121 Saarbrücken
Tel. 0681-9388023
info@frauengenderbibliothek-saar.de
www.frauengenderbibliothek-saar.de
Facebook: Frauen Gender Bibliothek Saar
MiNET im Radio
Laufen und Lesen
Nicht genügend Zeit für Sport, Lektüre und Freundinnen treffen? Wir haben die Lösung: Nehmt euch 2 Stunden Zeit und kombiniert alles miteinander.
„Ich habe noch einen Traum?!“ – Entdecke das Unternehmerinnen-Gen in dir
Wir bieten einen Orientierungsworkshop in Zusammenarbeit mit dem IQ Gründungsbüro und einer vom Wirtschaftsministerium ausgezeichneten Vorbild-Unternehmerin des Saarlandes, Stefanie Valcic-Manstein.
Haben Sie schon mal über die Gründung eines Unternehmens nachgedacht und nicht genau gewusst, wie sich der Anfang gestaltet, was auf Sie zukommt oder ob Sie das Unternehmerinnen- Gen haben? Es werden kleine Themenkomplexe aus dem Gründungsalltag besprochen, wie Krankenversicherung, aber auch Begriffe rund um das Thema werden erklärt. Versuchen Sie, den roten Faden in der Selbstständigkeit zu finden! Stefanie Valcic-Manstein will Frauen ermutigen, ihre eigene Chefin zu werden und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Die Teilnehmerinnen des Workshops benötigen keine Vorerfahrung, er richtet sich an Frauen, die sich beruflich verändern wollen und sich eine Existenzgründung vorstellen können. Frauen, die sich schon einmal gefragt haben, ob sie das Unternehmerinnen-Gen in sich tragen, erhalten Orientierungshilfe und praktische Beispiele.
Die Teilnahme ist gebührenfrei.
Um Anmeldung bis zum 16. September wird gebeten.
Chick Lit – Vortrag über „Tussi-Literatur“ in der Frauen Gender Bibliothek
Am 9.7.2015 erläuterte die Saarbrücker Literaturwissenschaftlerin Heike Mißler das Phämomen der chick literature, der so genannten Tussi-Literatur, in der FrauenGenderBibliothek Saar.
Wir haben den Vortrag aufgenommen und stellen ihn hier zum Nachhören zur Verfügung: Chick Lit – Tussi-Literatur in der FrauenGenderBibliothek
Viel Spaß dabei!
Julie Maroh: Blau ist eine warme Farbe
Das Leben von Clementine kippt an dem Tag, als sie Emma trifft, eine junge Frau mit blauen Haaren, die sie alle Facetten der Lust entdecken lässt und ihr ermöglicht, sich dem Blick der anderen zu stellen. Eine einfühlsame Erzählung voller Zärtlichkeit.Die ebenso sanfte wie tragische und mit autobiografischen Elementen versehene Coming-Out Geschichte über die zwei jugendlichen Frauen Clementine und Emma, die miteinander eine Liebesbeziehung eingehen und deswegen den homophoben Attacken ihrer Umwelt ausgesetzt sind, erhielt auf den Filmfestspielen von Cannes 2013 als Verfilmung ‚Blue is the Warmest Colour‘ mit der Goldenen Palme die wohl wichtigste cinephile Auszeichnung der Filmbranche und wurde somit in der Geschichte des Festivals als erster Film, der auf einer Comicvorlage basiert, ausgezeichnet. Die in Angoulême lebende Schöpferin der Vorlage, Julie Maroh, wiederum erhielt für ihr Graphic Novel-Debüt bereits im Jahr 2011 den Prix du Public auf dem berühmten Festival der Stadt.

