Fehler machen ist perfekt! So lautet das Motto des digitalen Treffens für gründungsinteressierte Frauen aus aller Welt am 14. September um 18.00 Uhr.
„Feministische Theorie aus Afrika, Asien und Lateinamerika“ und „Schwarzer Feminismus“
Ausleihempfehlung!
Sommerpause der FrauenGenderBibliothek Saar
Die FGBS bleibt in diesem Sommer vom 27. Juli bis zum 7. August 2020 geschlossen.
Neuer queer-feministischer Lesekreis „Queergelesen“
Der queer-feministische Lesekreis der FGBS und des Arbeitskreises Queer der Universität des Saarlandes
FrauenForum Saarbrücken zu geschlechtspezifischen Aspekten der Corona-Krise
Saarbrücken, 10.7.2020
Frauen meistern die Krise… und verdienen dafür mehr!
Das FrauenForum Saarbrücken setzt sich als Bündnis für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung ein. In der aktuellen Corona-Krise zeigen sich die Bereiche, in denen es noch an echter Gleichstellung fehlt, besonders deutlich.
Insbesondere zwischen Frauen und Männern zeigt sich eine Unausgewogenheit in der Aufgabenverteilung und der entsprechenden Anerkennung.
Wie selbstverständlich übernahmen in heterosexuellen Partnerschaften und Familien zu Beginn der Covid-19-Krise die Frauen den überwiegenden Teil der Kinderbetreuung und reduzierten ihre Erwerbsarbeit stärker als die Männer, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung belegt.
Ein erschreckendes Resultat hiervon ist zum Beispiel, dass in wissenschaftlichen Medien plötzlich deutlich weniger Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen von Frauen erscheinen, wie eine Untersuchung von „Digital Science“ ergab. Demgegenüber sind die Publikationszahlen von Männern auf gleichem Niveau wie vor Corona geblieben oder sogar angestiegen.
Eine Minderrepräsentanz von Frauen zeigt sich außerdem in medialen Berichten über Corona. Eine Untersuchung der maLisa-Stiftung ergab, dass deutlich mehr Männer als Experten befragt wurden, über alle Medienformate gemessen doppelt so viele wie Frauen. Und das obwohl beispielsweise die Hälfte der Medizinfachleute Ärztinnen sind.
Weiterhin wird in der aktuellen Situation deutlich, wie unabdingbar wichtig – systemrelevant – die Arbeit in Berufsbereichen wie Pflege, Einzelhandel oder Kinderbetreuung ist. Umfragen zeigen, dass bei Jugendlichen das Interesse an einer Ausbildung im Sozial- und Pflegebereich durchaus gestiegen ist durch die Wertschätzung, die diese Berufsfelder während der Corona-Krise erfahren haben. Deutlich wird aber auch, dass eine Ausbildung für Jugendliche nicht attraktiv ist wegen der Arbeitsbedingungen und der zu geringen Entlohnung.
Eine zusätzliche, durch die Corona-Schutz-Maßnahmen der Ausgangsbegrenzung verstärkte Problematik ist das Ansteigen von häuslicher Gewalt. Die TU München fand durch eine repräsentative Umfrage heraus, dass in Haushalten mit Quarantäne oder finanziellen Sorgen während der bisherigen Corona-Krise die Zahl der Gewalttaten gegen Frauen und Kinder gestiegen ist.
Viele Einzelpersonen, Paare und Familien benötigen in einer solchen Krisensituation mit vielfältigen Belastungen vermehrt Unterstützung. Das zeigt sich in den Anfragen bei den Saarbrücker Beratungsstellen, bei denen oftmals auch eine große finanzielle Not wahrgenommen wird.
Da ist es wenig verständlich, dass Beratungsangebote nicht ausgeweitet, sondern teilweise sogar eingestellt wurden, wie zum Beispiel die Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Partnerschafts- und Lebensfragen des Diakonischen Werks im Saarland.
Auch andere gesellschaftliche Gruppen erfahren spezifische Nachteile, die sich in der Corona-Krise verstärken. Beispielsweise erleben Menschen mit nicht-heterosexueller Identität Begrenzungen, sich in ihrer Community aufzuhalten und dort Schutz und Stärkung vor ohnehin bestehenden Diskriminierungen zu erfahren. Menschen in bestimmten Berufsgruppen oder mit generell geringem Einkommen bangen um ihre ökonomische Existenz, Kindern und Jugendlichen fehlt die tägliche Beziehungs- und Bildungsstruktur und Menschen mit Migrationserfahrung sind noch stärker von Diskriminierung und Armut bedroht als zuvor.
Insgesamt sind es vor allem die Frauen, die die Hauptlast der gesellschaftlichen Aufgaben in Familie, Beruf und Sozialleben tragen. Sie investieren all ihre Kraft und erhalten dafür kaum Dank, geringes Geld und zu wenig politische Unterstützung hin zu echter Gleichberechtigung – in wirklich jeder Hinsicht.
Das FrauenForum Saarbrücken fordert, dass in allen gesellschaftlichen Bereichen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Aufgabenverteilung und deren Entlohnung ausgewogen zu gestalten. 2020 ist ein Jahr der Krise – es bietet aber auch die Chance ein wichtiges Jahr des gesellschaftlichen Fortschritts zu werden!
Das Frauen Forum Saarbrücken ist ein Aktionsbündnis für eine gleichberechtigte Gesellschaft, in dem z.Zt. folgende Organisationen aktiv sind:
ALDONA e.V., Arbeitskammer, AsF Saarbrücken, AWO Frauenhaus Saarbrücken, Beratung Interkulturell, Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt des SkF, BPW Saarbrücken, DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, DKP Saarland, Ev. Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung und Sexualpädagogik Diakonie Saar, Frauenarbeitsgemeinschaft Lisa – Die Linke, Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken, FrauenGenderBibliothek Saar, Frauengruppe Courage, Frauenmantel – Frau im Zentrum e. V., Frauen Union Saarbrücken – Stadt, Frauennotruf Saarland, LSVD Saar, Mimose Frauengruppe, NELE – Verein gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen e.V., ProFamilia Saarbrücken, SkF Elisabeth-Zillken-Haus, Ver.di-Frauen, VAMV Landesverband Saar e. V.
(Mehr Infos bei Facebook unter FrauenForum Saarbrücken)
Quellen:
https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-ruckschritt-durch-corona-23586.htm
https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/zahl-der-publikationen-von-frauen-sinkt-2895/
https://www.zeit.de/2020/20/wissenschaftler-ungleichheit-geschlechter-bewertung-coronakrise
https://malisastiftung.org/studie-geschlechterverteilung-corona-berichterstattung/
https://www.tum.de/nc/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36053/
Regelmäßiger Literaturgesprächskreis
Einmal im Monat treffen sich literaturbegeisterte Fauen und sprechen über ein Buch, das von der Gruppe gelesen wurde.
Um welches Buch es sich handelt, wird jeweils gemeinsam abgestimmt (und kann bei uns nachgefragt werden).
Neuinteressierte sind herzlich eingeladen.
Die Termine für 2020 sind:
Dienstags, 28.1., 11.2., 10.3., 28.4., 26.5., 30.6., 21.7., 25.8., 29.9., 27.10., 24.11., 22.12. jeweils um 18 Uhr in den Räumen der FrauenGenderBibliothek Saar
Arbeitskammer-Interview mit Dr. Annette Keinhorst
Online-Seminar “Femedit – Den Gender Data Gap in Wikipedia schließen”
Die FrauenGenderBibliothek Saar und K8 Institut für strategische Ästhetik laden ein zum kostenlosen Online-Seminar am Sonntag, 21. Juni 2020, von 14:00 bis 15:30 Uhr.
Gender Data Gap bezeichnet die geschlechterbezogene Datenlücke in z. Bsp. Forschung, Literatur und Artikeln. Am Beispiel von Wikipedia wird dies sehr deutlich: Nur 20% aller Beiträge sind von Frauen geschrieben, nur rund 15% der Artikel über Personen handeln von Frauen.
Diese geschlechtsbezogene Datenmenge kann korrigiert werden, indem möglichst viele Frauen zu Wikipedia-Autorinnen werden und Biografien und Leistungen von Frauen in diese Datenplattform eintragen.
Daniela Brugger, Initiatorin und Referentin von Wiki-Editierworkshops, erklärt in diesem Online-Seminar, was dabei zu beachten ist, und ermutigt die Teilnehmenden, die Leistungen von Frauen sichtbar zu machen.
Etwa drei Wochen nach dem Einführungsseminar wird es eine weitere Videokonferenz mit Daniela Brugger geben, um Erfahrungen zu teilen und Fragen zu stellen, die beim Eintragen von Inhalten auf Wikipedia entstanden sind.
Sobald es die Pandemie-Situation wieder erlaubt, planen die Organisatorinnen einen Wiki-edit-a-thon (https://de.wikipedia.org/wiki/Edit-a-thon), einen gemeinsamen Nachmittag, bei dem alle Teilnehmenden gemeinsam Wiki-Einträge von und über Frauen erstellen. Aktuell kann aber auch die kontaktarme Zeit genutzt werden, um den Gender Data Gap aktiv zu verringern.
Die Veranstaltung wird gefördert von Wikimedia Deutschland e. V.
Anmeldungen und Rückfragen:
K8 Institut für strategische Ästhetik, Julia Pierzina, jp@k8.design, 0176/588 656 10
FrauenGenderBibliothek Saar, Petra Stein, info@frauengenderbibliothek-saar.de, 0681/9388023
Nachruf Dr. Ursula Nienhaus
Quelle: ida-Dachverband
Nachruf Ursula Nienhaus (1946–2020)
Ursula Nienhaus war Mitbegründerin und Leiterin des FFBIZ in Berlin sowie Mitbegründerin des i.d.a.-Dachverbandes.
Der i.d.a.-Vorstand erhielt die traurige Nachricht, dass Ursula Nienhaus vor wenigen Tagen verstorben ist. Viele der Kolleg*innen unserer Einrichtungen haben Ursula noch persönlich gekannt. Ursula war Mitbegründerin und langjährige Leiterin des Frauenforschungs-, Bildungs- und Informationszentrums (heute: FFBIZ – das feministische Archiv) in Berlin; in diesem Zusammenhang war sie 1994 auch Mitbegründerin des i.d.a.-Dachverbandes und hat lange Jahre das FFBIZ bei den (halb-)jährlichen Archivetreffen vertreten.
Ursula Nienhaus war Historikerin. Sie lehrte als Dozentin für Frauen- und Geschlechterforschung bzw. Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin und als Privatdozentin an der Universität Hannover. Sie publizierte vor allem zu Frauenberufsgeschichte. Ihre Werke zu den ersten weiblichen Angestellten sowie den Anfängen der Frauenarbeit in den Institutionen Polizei und Post in Deutschland waren und sind wichtige Beiträge zur wissenschaftlichen Frauenforschung. Sie verband ihre Forschungsarbeit stets mit ihrer feministischen Bildungsarbeit im FFBIZ und anderen Institutionen.
Mit Anregungen aus ihrer Forschungstätigkeit und als FFBIZ-Leiterin hat sie auch in der Vernetzung der feministischen Archive und Bibliotheken manche Debatte angestoßen. Sie wird uns in Erinnerung bleiben als stets streitbare Verfechterin feministischer Bildungsarbeit und als konstruktive Diskussionspartnerin.
Der i.d.a.-Vorstand: Sabine Balke Estremadoyro, Margit Hauser,
Margarethe Kees
In der FGBS gibt es folgende Publikationen von Dr. Ursula Nienhaus zur Lektüre und / oder Ausleihe: Sucherergebnis Ursula Nienhaus im FGBS-Katalog
Abb.: Ursula Nienhaus auf der i.d.a.-Tagung 2009. (Quelle: Margarethe Kees; Lizenz: Rechte vorbehalten – Freier Zugang.)
Aktueller Hinweis wegen Corona-Problematik:
Unter Berücksichtigung entsprechender Hygiene- und Abstandsregeln sind ab Dienstag, 21. April, wieder Ausleihen und Rückgaben möglich.
Öffnungszeiten: Di 10-17, Mi+Fr 10-14, Do 14-19 Uhr


