Buch-Tipps

Ausleihempfehlungen

Natalie Lettner: Maria Lassnig – Die Biografie

Ann Wiesental: Antisexistische Awareness – Ein Handbuch

Marilyn Yalom und Theresa Donovan Brown: Freundinnen – Eine Kulturgeschichte

Stephanie Kuhnen (Hg.): Lesben raus! Für mehr lesbische Sichtbarkeit

Selma Lagerlöf: Liebe Sophie Liebe Valborg – Eine Dreiecksgeschichte in Briefen

Ayelet Gundar-Goshen: Lügnerin

Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks

Julia Korbik: Oh, Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten

Clara Nielsen, Nora Gomringer (Hg.): Lautstärke ist weiblich – Texte von 50 Poetry-Slammerinnen

Amani Abuzahra (Hg.): Mehr Kopf als Tuch – Muslimische Frauen am Wort

Mascha Alechina: Pussy Riot – Tage des Aufstands

Maggie Nelson: Die Argonauten

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Buchtipp: Monika Geier „Alles so hell da vorn“

Buchtipp: Monika Geier „Alles so hell da vorn“

Ich gebe zu, ich bin ein Fan von Monika Geier. Und ihrer Ermittlerin Bettina Boll. Mit einem Halbtagsjob (sie kümmert sich alleinerziehend um die Kinder ihrer verstorbenen Schwester) jagt diese leicht chaotische, aber vor keinem Abgrund zurück schreckende, immer empathische Pfälzer Kommissarin in ihrem mittlerweile achten Fall die Bösen.

Das gestaltet sich wie immer mäandernd und intuitiv und erlaubt tiefe Einblicke in fremde Gedankenwelten: „Was du mal werden willst: Nichtraucherin. Nee, jetzt im Ernst, ein Körper, der ganz sauber ist, das wär’s. Alle Löcher gehören dir allein. Und deine Lunge und dein Herz auch und vor allem dein Gehirn.“ Die so räsonniert, ist die erste Täterin, die uns begegnet, eine junge Prostituierte, die einen Polizisten im Puff erschießt.  Danach erledigt sie noch einen Zuhälter und einen Schuldirektor namens „Gutvatter“. Warum? Bettina Boll und ihre KollegInnen rätseln. Weitere Täter und Taten deuten sich im Hintergrund an: ein vor langer Zeit verschwundenes Mädchen, sexuelle Ausbeutung in der Familie,  Menschenhandel, Zwangsprostitution, die ahnungsvoll schweigende Dorfbevölkerung und Protektion von höchster Stelle  für Korruption bei der Polizei.

Zudem scheint sogar die Natur ein Hort des Bösen: „Der Baum war wie eine Zeitkapsel, man …  befand sich unversehens im vergessenen Außenposten einer uralten Schattenwelt. Sie stieg aus und fröstelte.“ Das Haus von Bettinas verstorbener Tante Elfriede, hinter einer boshaften Eibe gelegen, birgt verborgene Räume und dunkle Geheimnisse, die Kommissarin hat am Ende selbst eine Leiche im Keller.

Vor allem aber dreht sich dieser packende Krimi um das, was Prostitution aus (jungen) Frauen macht, und auch aus Männern. Und damit letztlich aus unserer Gesellschaft, die das menschenverachtende System der Prostitution legitimiert und fördert. Hier gibt es wenig Helles und viel Dunkles und wenig Hoffnung auf Heilung. Aber das erzählt Monika Geier spannend und mitfühlend bis zur letzten Zeile.

Monika Geier: Alles so hell da vorn. Ariadne bei Argument, Hamburg. 412 S., 13 Euro.

(Verf.: Annette Keinhorst 2017)

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Ausleihtipps

Unsere aktuellen Neuerwerbungen. Ab jetzt in der Ausleihe.

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Buchtipp: „Drift“

Buchtipp: „Drift“

Ein Parforceritt durch Länder und Zeiten, eine rasante Geschichte von Flucht und Rettung, vom Ankommen und Entkommen, vom Hinschauen und Wegducken. Und von Schuld und Verantwortung.

Die Ärztin Dr. Metha Engelbrecht gerät auf dem Weg in den Urlaub in eine Überschwemmungskatastrophe ungeahnten Ausmaßes und rettet sich in ein scheinbar unbewohntes altes Haus an einem Hang. Bald tauchen weitere Versprengte auf, und die Schicksalsgemeinschaft versucht, sich mit den Gegebenheiten und miteinander zu arrangieren. Bis ein Floß mit Flüchtlingen auf der Wasserfläche auftaucht und zu kentern droht. Die Menschen flehen um Hilfe, die Hausbewohner fürchten um ihre wenigen Vorräte und ihre Sicherheit…

Was dann passiert, ist einerseits klassische Krimihandlung , psychologisch spannend und nachvollziehbar, andererseits sprengt es die Grenzen von Zeit und Raum. Dabei übernimmt die Literatur eine zentrale Rolle, gleichzeitig treiben die menschlichen Unzulänglichkeiten,  Entscheidungen und deren Folgen die Handlung voran. Nicht zu vergessen eine seltsam faszinierende Hauptfigur, die uns als Erzählerin in ihre beruflich bedingte Sichtweise von Leben und Tod einweiht – sie ist Pathologin – und als Literaturliebhaberin Auswege aus manchem Dilemma eröffnet.

„Drift“ einen Krimi zu nennen, wäre verkürzt. Der Roman ist eine Art globales Road-Movie, ein Öko-Thriller, ein Literatur-und Lesevergnügen ersten Ranges, geschrieben von einer unbedingt zu entdeckenden neuen Stimme im Ariadne-Kosmos: Anne Kuhlmeyer ist gebürtige Leipzigerin, ausgebildete Anästhesistin und jetzt im Westfälischen als Traumatherapeutin tätig. Sie legt mit „Drift“ ihren vierten Roman vor, zum ersten Mal allerdings in der Reihe „ariadne“. Anne Kuhlmeyer ist zudem Mitglied bei „Herland“, der kriminalliterarisch-feministischen Internet-Plattform von bekannten Krimi-Autorinnen wie Doris Gehrcke, Christine Lehmann und Monika Geier (https://herlandnews.com/). (Annette Keinhorst)

Anne Kuhlmeyer: Drift. Reihe ariadne im Argument Verlag, Hamburg 2017. 317 S., 12 €.

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Bücher über Naturwissenschaftlerinnen – eine kleine Auswahl

Ruth Lewin Sime: Lise Meitner – Ein Leben für die Physik

Charlotte Kerner (Hg.): Nicht nur Madame Curie… Frauen, die den Nobelpreis bekamen

Charlotte Kerner (Hg.): Sternenflug und Sonnenfeuer – Drei Astronominnen und ihre Lebensgeschichten

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FGBS bei Youtube

FGBS bei Youtube

Im Youtube-Kanal der FrauenGenderBibliothek Saar gibt es Vortragsmitschnitte, den MiNET-Podcast sowie Buchempfehlungen von Leser:innen.

Wir freuen uns über weitere Empfehlungs-Videos. Einfach einreichen oder uns kontaktieren, wenn wir unterstützen sollen oder bei Fragen dazu.

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Buchempfehlung „Who the Fuck is Kafka“

Buchempfehlung „Who the Fuck is Kafka“

Unsere Nutzerin Uschi Schmidt-Lenhard hat uns eine Rezension zur Verfügung gestellt, mit der sie die Lektüre von  „Who the Fuck is Kafka“ von Lizzie Doron empfiehlt.
Hier ihre Besprechung, die so auch beim SR ausgestrahlt wurde: Buchempfehlung_Lizzie Doron

Der Roman ist in der FrauenGenderBibliothek Saar ausleihbar.

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Buchtipp: Charlotte Otter „Karkloof Blue”

Buchtipp: Charlotte Otter „Karkloof Blue”

„„Karkloof Blue” heißt der zweite Band der südafrikanischen Autorin Charlotte Otter bei Ariadne. Es geht es darin um Umweltschutz und eine seltene Schmetterlingsart, aber vor allem über die Nachwirkungen der Apartheid auf das heutige Südafrika.

Wieder ist ihre Heldin, die toughe Journalistin Maggie Cloete (sprich: kluti), als Aufklärerin „und Kämpferin für Gerechtigkeit in Pietermaritzburg, einem kleinen Kaff in Kwa Zulu Natal, unterwegs. Dieses Mal, um den Machenschaften eines Holzkonzerns auf die Spur zu kommen. Dabei werden alte Verstrickungen, rassistische Morde aus der Apartheid-Zeit, aufgedeckt. Gleichzeitig vermittelt Otter anschaulich wie Greenwashing im Umweltschutz – es geht u.a. um den Schutz einer seltenen Schmetterlingsart (Karkloof Blue) – funktioniert. Und es wird deutlich: trotz Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission gibt es auch heute noch viel Elend und gleichzeitig unfassbaren Reichtum am Kap – die dunklen Seiten des aufstrebenden heutigen Südafrika.

Ein Krimi, eindringlicher als mancher Reisebericht über das Land am Kap. Weitere Bände mit Maggie Cloete sind angekündigt.

Charlotte Otter war Polizeireporterin in Südafrika, lebt aber inzwischen mit Mann und Kindern in Heidelberg, wo sie in der IT-Branche arbeitet.

Charlotte Otter: Karkloof Blue, Argument Verlag 2015, 13 €.
Und natürlich bei uns in der Ausleihe 🙂

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Julie Maroh: Blau ist eine warme Farbe

Das Leben von Clementine kippt an dem Tag, als sie Emma trifft, eine junge Frau mit blauen Haaren, die sie alle Facetten der Lust entdecken lässt und ihr ermöglicht, sich dem Blick der anderen zu stellen. Eine einfühlsame Erzählung voller Zärtlichkeit.Die ebenso sanfte wie tragische und mit autobiografischen Elementen versehene Coming-Out Geschichte über die zwei jugendlichen Frauen Clementine und Emma, die miteinander eine Liebesbeziehung eingehen und deswegen den homophoben Attacken ihrer Umwelt ausgesetzt sind, erhielt auf den Filmfestspielen von Cannes 2013 als Verfilmung ‚Blue is the Warmest Colour‘ mit der Goldenen Palme die wohl wichtigste cinephile Auszeichnung der Filmbranche und wurde somit in der Geschichte des Festivals als erster Film, der auf einer Comicvorlage basiert, ausgezeichnet. Die in Angoulême lebende Schöpferin der Vorlage, Julie Maroh, wiederum erhielt für ihr Graphic Novel-Debüt bereits im Jahr 2011 den Prix du Public auf dem berühmten Festival der Stadt.

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