FGBS-Mitarbeiterin Petra Stein wurde im Juli 2023 von Popscene-Redakteur Marc Kirch für den Podcast „Popscene Queer“ zur Arbeit der FrauenGenderBibliothek Saar interviewt.
Rückblick FörderInnen-Event: Führung zur Ausstellung iranischer Künstlerinnen in der Modernen Galerie
Am 20.7. hat die FGBS ihren FörderInnen-Kreis zu einem Dankeschön-Event eingeladen.
Die Direktorin Dr. Andrea Jahn und ihre Mitarbeiterin Dr. Mona Stocker haben der Gruppe einen exklusiven Vorab-Einblick in die neue Ausstellung „Women – Life – Freedom“ der Modernen Galerie gegeben.
Vom 22.7.2023 bis 18.2.2024 präsentiert das Museum Künstlerinnen aus dem Iran.
Die Unterstützung der privaten FörderInnen ist für die FrauenGenderBibliothek ein sehr wichtiges Finanzierungselement. Wir freuen uns über jede und jeden, die/der sich diesem Netzwerk anschließen möchte!
Fragen dazu beantworten die Vorständinnen und Mitarbeiterinnen gerne im persönlichen Gespräch.
Das Mitgliedsformular gibt es hier.
Foto: Ein Teil der FörderInnen-Gruppe mit Dr. Andrea Jahn und Dr. Mona Stocker vor Werken von Roshi Rouzbehani
Nachruf Adelheid von Boeselager
Adelheid von Boeselager (29.9.1942 Eggermühlen – 30.6.2023 Bonn)
Ein Nachruf von Annette Keinhorst
Die kürzlich verstorbene Adelheid von Boeselager war die erste Vorständin der frauenbibliothek saar.
Aus dem westfälischen Adel stammend kam Adelheid von Boeselager nach dem Studium ins Saarland (damals noch als verheiratete Adelheid Backes).
Hier entdeckte sie schon bald die Neue Frauenbewegung und schloss sich der studentisch geprägten Saarbrücker Frauengruppe an. Pfeife rauchend und diskutierend traf frau sie fortan häufig im „Frauenladen“ in der Cecilienstraße 29. Die baldige Gründung einer Untergruppe „Frauen ab 30“ durch Adelheid und einige Mitstreiterinnen (u.a. auch die kürzlich verstorbene Dr. Gerlinda Smaus) wurde zwar von den jüngeren Feministinnen eher schmunzelnd aufgenommen, schuf aber ein Forum für beruflich und familiär stärker eingebundene Feministinnen.
Die (Frauen-)Friedensbewegung der Achtziger Jahre elektrisierte sie. Schon bald beteiligte sie sich aktiv, nahm mit ihrer „Bezugsgruppe“ an Aktionen des gewaltfreien Widerstands gegen die damalige Nato-Nachrüstung teil, organisierte Trainings, warb um neue Aktivistinnen und für die Anliegen der weltweiten Frauenfriedensbewegung. Bei Gartenfesten und auf Geburtstagsfeiern brachte sie Frauen jeglicher Couleur zusammen und unterstützte so die feministischen Netzwerke.
Als Gymnasiallehrerin in Neunkirchen unterrichtete sie zeitlebens fast ausschließlich den männlichen Teil der Jugend. Umso mehr fühlte sie sich angesprochen von der Einrichtung einer Fachkommission durch die Landesfrauenbeauftragte Dr. Otti Stein zu „Geschlechtsrollenklischees in saarländischen Schulbüchern“. Hier konnte sie ihre berufliche Expertise und ihr frauenpolitisches Interesse gleichermaßen einbringen.
Dem Verein für Frauenbildung und -kultur FF hatte sie sich kurz nach dessen Gründung Mitte der Achtziger Jahre angeschlossen und vertrat diesen viele Jahre als streitbare Delegierte im Frauenrat Saarland.
Die Gründung der frauenbibliothek & dokumentationszentrum frauenforschung 1990 unterstützte sie aus ganzem Herzen und mit voller Kraft. So wurde sie auch (zusammen mit Ilse Köhl) zur ersten Vorständin der noch jungen Einrichtung gewählt. Nach ihrer Vorstandstätigkeit blieb sie der FrauenGenderBibliothek Saar persönlich und als Förderin noch lange verbunden. So verfügt die FGBS heute über einen Vorlass von Adelheid von Boeselager mit Dokumenten ihres frauenpolitischen Denkens und Handelns.
Als sie krankheitsbedingt 2017 das Saarland verließ, um in die Nähe ihrer Schwester im Rheinland zu ziehen, beendete sie ihre Saarbrücker Aktivitäten. Über mehr als vier Jahrzehnte war sie eine aufmerksame Beobachterin und Begleiterin der frauenpolitischen Entwicklungen im Land gewesen. Ihre lebenslange Zuneigung galt den Frauen: ob in ihrer Frauen-Wohngemeinschaft auf dem Rotenbühl oder in der Unterstützung von Künstlerinnen und frauenbewegten Vereinen. Frau konnte immer auf ihre Solidarität bauen – so wird sie uns in Erinnerung bleiben.
Neu in der Ausleihe
Der Bestand der FrauenGenderBibliothek Saar hat sich erweitert! Hier ein Teil der Neuzugänge aus Belletristik und Fachliteratur:
“Zinkjungen” (2014) von Literaturpreisträgerin #SwetlanaAlexijewitsch stellt aus Interviews mit Soldaten und Hinterbliebenen des Afghanistankriegs eine Geschichte über die Realitäten des Kriegs zusammen.
“FemFacts” (2022) von Michaela Leitner ist Fachliteratur mit einem Augenzwinkern, die mit Illustrationen und Texten eine “feministische Bestandsaufnahme” der Gleichberechtigung in Deutschland unternimmt.
In “Iran – Die Freiheit ist weiblich” (2021) erzählt Golineh Atai aus der Sichtweise von neun Frauen von deren Unterdrückung unter dem Mullah-Regime.
Außerdem NEU im Bestand:
“Porträt einer Ehe” – Maggie O’Farrell (2022)
“Klassenbeste” – Marlen Hobrack (2022)
“Global Female Future” – Andrea Ernst (2022)
“Manifesto” – Bernardine Evaristo (2022)
“Intersektionalität in Feministischer Praxis” – Eliane Kurz (2022)
“All die Frauen, die du warst” – Sedef Ecer (2022)
Leitfaden für diskriminierungsfreie Werbung
Gute Werbung beleidigt und diskriminiert nicht. Sie wertet nicht eine Menschengruppe ab, um eine andere als Kundschaft zu gewinnen. Gute Werbung ist die Visitenkarte des Unternehmens. Sie ist respektvoll, informativ, vorausschauend und dadurch erfolgreich.
Leider gibt es immer wieder Motive, die es darauf abgesehen zu haben scheinen, negativ aufzufallen und dadurch Reichweite zu generieren. Der Deutsche Werberat hat am 29. März 2022 seine Bilanz für das Jahr 2021 veröffentlicht. Er entschied über 523 Fälle.
Solche Werbemaßnahmen sind störend und schmerzhaft für Personen, die ohnehin schon mit Diskriminierungen im Alltag umgehen müssen und setzen das fatale Signal, dass Abwertung und Beschimpfung von „Anderen“ zu einem Witz werden könne.
Um solche Motive gar nicht erst in der Öffentlichkeit zu sehen und den Urheber*innen durch die Kritik größere Aufmerksamkeit zu schenken, hat ein Bündnis für Antidiskriminierung nun einen Leitfaden für Werbetreibende veröffentlicht, der mit einer kurzen Checkliste dabei hilft, Diskriminierungen zu erkennen und zu beheben.
„Wir sind überzeugt, dass Werbetreibende ihre Produkte und ihr Unternehmen positiv präsentieren wollen. Unser Leitfaden unterstützt sie darin, diskriminierungsfrei zu werben.“ erklärt eine Sprecherin des Bündnisses.
Die Publikation ist bewusst auf die Zeit um den 8. März, den Internationalen Frauentag, gelegt, da insbesondere Frauen von intersektionaler, also vielfältiger Diskriminierung betroffen sind.
Das Bündnis, in dem das Antidiskriminierungsforum Saar e.V., die FrauenGenderBibliothek Saar, das Forum Geschlechterforschung der Universität des Saarlandes, die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenbeauftragte Saarland und das Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken vertreten sind, stellt diesen Leitfaden Werbetreibenden gratis zur Verfügung. Bestellungen nimmt die Frauenbeauftragte Heike Neurohr-Kleer unter h.neurohr-kleer@landkreis-neunkirchen.de entgegen.
Anmerkungen zum Flyer oder Beratungsanfragen können an das Antidiskriminierungsforum Saar e.V. per E-Mail unter adfs@adf-saar.de gerichtet werden.
Hier kann der Leitfaden herunter geladen werden.
Rückblick: MiNET Saar bei der 2. Saarländischen Beschäftigungskonferenz
MiNET Saar nahm am 23. Juni an der 2. Saarländischen Beschäftigungskonferenz „Frauen gewinnen! Gleichstellung am Arbeitsmarkt – Perspektiven für Frauen und Unternehmen“ des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit teil.
Die Projektkoordinatorin von MiNET, Dr. Eva Nita, stellte das Programm vor und eine erfolgreiche Absolventin, Dzoara Santoyo, erzählte von ihren Erfahrungen mit dem Mentoringangebot.
Der Mentoring-Ansatz von MiNET Saar basiert auf gleichberechtigten Eins-zu-Eins-Beziehungen zwischen qualifizierten Migrantinnen (Mentees) und Mentorinnen. Mentorinnen stellen ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr spezialisiertes Netzwerk zur Verfügung, um den Zugang zum Arbeitsmarkt zu eröffnen und die Integration der Mentees zu fördern. MiNET leistet einen wertvollen Beitrag auch für die regionale Wirtschaft durch das Knowhow und die Potentiale dieser gut ausgebildeten Frauen.
Rückblick: MiNET Saar in Aktion am Tag des Grundgesetzes
MiNET Saar beteiligte sich am 23.5.2023 beim Aktionsnachmittag der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Saarbrücken anlässlich des Tages des Grundgesetzes. Mit einer Bodenzeitung zum Thema Migration und Kompetenzen wurden Diskussionen angeregt und Informationen zum Mentoring-Programm gegeben.
Der Mentoring-Ansatz von MiNET basiert auf den Grundprinzipien der Demokratie, auf gleichberechtigten Eins-zu-Eins-Beziehungen zwischen qualifizierten Migrantinnen (Mentees) und Mentorinnen. Mentorinnen stellen ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr spezialisiertes Netzwerk zur Verfügung, um den Zugang zum Arbeitsmarkt zu eröffnen und die Integration der Mentees zu fördern. Ängste, Vorbehalte oder Vorurteile werden schneller abgebaut. Mentoring bietet Frauen die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ein sehr erfreulicher Nebeneffekt ist, dass Arbeitgeber:innen das Potenzial ausländischer Arbeitskräfte stärker wahrnehmen. Damit leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zur Vermeidung von Diskriminierung, einer der wesentlichen Grundlagen der Demokratie.
Neu in der Ausleihe
März 2023: MiNET Saar in der Saarbrücker Zeitung
Esther Brenner, Redakteurin der Saarbrücker Zeitung, hat den offenen MiNET-Treff im März 2023 besucht und darüber berichtet.
Unsere Buchauswahl zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
Femizide – Julia Cruschwitz, Carolin Haentjes
Alle drei Tage – Laura Backes, Margherita Bettoni
Ja heißt Ja? – Rona Torenz
Auf der Schwelle – Brigitte Kraemer
Wüstenblume – Waris Dirie
Mit mir nicht! – Sunny Graff
Gender Bashing – Ines Pohlkamp
Vergewaltigung – Mithu M. Sanyal

