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FGBS-Youtube-Kanal mit Buchempfehlungen

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Im Youtube-Kanal empfehlen Nutzer_innen und Sympathisant_innen der FrauenGenderBibliothek Saar Bücher in kurzen Video-Clips. Manchmal sind das ganz neue Bücher, manchmal aber auch Klassiker oder individuelle Lieblingsbücher, die die Leser_innen nachhaltig beeindruckt haben. Außerdem sind alle Textarten von Romanen über Fachbücher bis Biographien und vieles mehr dabei.

Die meisten der vorgestellten Bücher gibt es in der FrauenGenderBibliothek Saar zum Ausleihen.

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Buchtipp: „Kritische Masse“ von Sara Paretsky

Buchtipp: „Kritische Masse“ von Sara Paretsky

Comeback einer Krimi-Ikone

Endlich sind sie wieder auf dem deutschen Buchmarkt, und dann gleich auf der Krimibestenliste in Dezember 2018: Sara Paretsky mit ihrer brillanten Ermittlerin V.I.Warshawski, genannt Vic. Paretsky erfand gewissermaßen das Genre des Frauenkrimis in den späten 1970ern, mit ihrer hartgesottenen Einzelkämpferin, Privatdetektivin Warshawski, die durchsetzungsstark und aus innerer Überzeugung das Böse in die Schranken wies. Das verbrecherische Böse richtete sich dabei meist gegen Frauen. Frauen sind bei Paretsky allerdings nie „nur“ Opfer männlicher Gewalt, oft geht es dabei auch um ökonomische Machenschaften, um Korruption, um Drogenkriege in den zugigen Straßen Chicagos, aber immer kämpft Vic für Gerechtigkeit und Genugtuung für Frauen.

Dem Argument Verlag mit seiner schon klassisch zu nennenden „ariadne“- Krimireihe verdanken wir nun diesen Coup: der mittlerweile 19. Roman der Krimi-Ikone erscheint endlich wieder auf Deutsch, ein 500 Seiten-Schmöker im schicken Hardcover, der die LeserIn von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht.

Die erste Seite führt uns überraschenderweise in das Wien von 1913, wo ein kleines Mädchen sich Gedanken über die Farben des Lichts macht. Schnitt: wir sind  in der amerikanischen Prärie der Jetztzeit: dort findet Vic auf der Suche nach einer vermissten Junkie-Frau eine männliche Leiche im Umfeld einer Drogenküche. Sie gerät mit Provinz-Sheriffs und Heimatschutz-Beamten aneinander, und kommt bei der Suche nach dem ebenfalls vermissten Sohn der Vermissten dem Chef eines IT-Unternehmens in die Quere. Ist die Gegenüberstellung von kaputter Drogenrealität in der amerikanischen Provinz auf der einen mit dem Wirken und Einfluss eines Hightech-Konzerns auf der anderen Seite schon atemberaubend, so wird es erst richtig spannend durch die Verschränkung mit der historischen Dimension. Die verschwundene Frau und ihr hochbegabter Sohn sind Nachkommen einer jüdischen Physikerin, deren Figur angelehnt ist an die reale österreichische Kernphysikerin Marietta Blau (1894-1970). Blau wurde mehrfach für den Nobelpreis vorgeschlagen, dann als Jüdin in der Nazizeit verfolgt, rettete sich ins Exil in Mexiko und starb verarmt und vergessen in Österreich. So spielen dann auf einmal die deutsch-österreichische Atomforschung in der Nazizeit, das  us-amerikanische Nachkriegsprogramm „Paperclip“ zur Einbürgerung ehemaliger Nazigrößen zwecks Unterstützung der antikommunistischen Raketen-Aufrüstung und nicht zuletzt Missachtung und Missbrauch eines weiblichen Genies eine zentrale Rolle bei der Aufklärung dieses opulenten Falles.

Ein echter Pageturner, nicht nur für feministische Historikerinnen und Paretsky-Fans.

Sara Paretsky: Kritische Masse. Roman. Aus dem Amerikanischen von Laudan & Szelinski. Ariadne Verlag, Hamburg 2018, 539 Seiten, 24 Euro.

(Rezension von Annette Keinhorst)

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Buchempfehlungen mit Blumen

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Buchtipp: „Wo Rauch ist“ von Gudrun Lerchbaum

Buchtipp: „Wo Rauch ist“ von Gudrun Lerchbaum

Wo Rauch ist

… ist auch Feuer? Auf jeden Fall jede Menge Action, schräge Figuren, schwarzer Humor, eine Wiener Melange der besonderen Art, die Gudrun Lerchbaum hier serviert. Der Plot um türkische Geheimdienste und Neonazis, um unwahrscheinliche Verbündete im Kampf um Gerechtigkeit und gegen Vorurteile, auch den Kampf um Deutungshoheit über das eigene Leben, hält bis zum Schluss die Spannung.

Nach dem rätselhaften Tod ihres ehemaligen Geliebten Can Toprak, eines Investigativjournalisten mit türkischen Wurzeln, schaltet sich Olga Schattenberg ein. Sie glaubt nicht an einen Selbstmord. Can war streitlustig und das Gegenteil des harmoniesüchtigen Grabredners Dr. Adrian Roth, den Olga bei der Beerdigung beiläufig bezirzt, und der ihr zunächst beim Hindernislauf mit dem Rollstuhl und später auch bei der Aufklärung des Falles in den Wiener Abgründigkeiten hilft. Und dann taucht auch noch Kiki auf, ehemalige Straftäterin und psychisch immer am Rande des Abgrunds balancierend. Kiki charmiert sich selbst in einen Job als Persönliche Assistenz der MS-kranken Olga hinein und funkt fortan energisch dazwischen, wenn sie ihren empfindlichen Gerechtigkeitssinn und ihre Underdog-Perspektive bedroht sieht. Damit ist das Personal dieses unwahrscheinlichen, amüsanten und hinreißenden Detektiv-Trios gesetzt.

Olga hat ihre besten Zeiten als politische Aktivistin zwar hinter sich, aber sie nimmt zielstrebig Witterung auf, um den Hintergründen von Cans Tod auf die Spur zu kommen. Dabei legt sie sich mit Sicherheitsbehörden und Neonazis an, ärgert sich mit ihrer frömmelnden Ex-Schwägerin Merve herum, und trauert mit Cans Freund Mehmet um den gemeinsamen Verlust. Während Adrian einer feschen Chefinspektorin erliegt im Bemühen, den polizeilichen Good Cop/Bad Cop-Ermittlungen zur Seite zu stehen, hinter Olgas Rücken, versteht sich, die nichts von seinen staatstreuen Aktivitäten ahnt. Kiki, immer ein bisschen neben der Spur, versteht vieles nicht, sieht manches dennoch klarer als ihre Verbündeten, und handelt im Zweifelsfall mit tödlicher Konsequenz. Immer neue Schichten von Cans Leben und Leidenschaften werden so frei- und bloßgelegt, nicht immer zur Freude seiner Ex-Gefährtin und seiner traditionalistischen Familie. Dazu die politische Unruhe und der Rechtsruck in der österreichischen Gesellschaft, Spannungen in der türkischen Community von Wien, eine weitere Leiche, Olgas fortschreitende Multiple Sklerose, und ein Feuer bricht auch noch aus…

Rasant erzählt, aus drei sehr unterschiedlichen Perspektiven, mit immer neuen Irrungen und Wendungen, im Ton schnoddrig und mitfühlend zugleich – ein irr-witziges und intelligentes Lesevergnügen für politisch wache ZeitgenossInnen.

Die Autorin Gudrun Lerchbaum lebt in Wien, studierte Architektur und Philosophie, arbeitete u.a. als Lagerarbeiterin, Kellnerin und Grafikerin. Nach „Lügenland“ (bei Pendragon) ist dies ihr zweiter Kriminalroman. www.gudrun-lerchbaum.at

Gudrun Lerchbaum: Wo Rauch ist. Argument Verlag, edition ariadne, Hamburg 2018. 283 S., 13 €.                                                                      (Rezension von Dr. Annette Keinhorst)

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Ausleihempfehlungen

Ausleihempfehlungen

Natalie Lettner: Maria Lassnig – Die Biografie

Ann Wiesental: Antisexistische Awareness – Ein Handbuch

Marilyn Yalom und Theresa Donovan Brown: Freundinnen – Eine Kulturgeschichte

Stephanie Kuhnen (Hg.): Lesben raus! Für mehr lesbische Sichtbarkeit

Selma Lagerlöf: Liebe Sophie Liebe Valborg – Eine Dreiecksgeschichte in Briefen

Ayelet Gundar-Goshen: Lügnerin

Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks

Julia Korbik: Oh, Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten

Clara Nielsen, Nora Gomringer (Hg.): Lautstärke ist weiblich – Texte von 50 Poetry-Slammerinnen

Amani Abuzahra (Hg.): Mehr Kopf als Tuch – Muslimische Frauen am Wort

Mascha Alechina: Pussy Riot – Tage des Aufstands

Maggie Nelson: Die Argonauten

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Buchtipp: Monika Geier „Alles so hell da vorn“

Buchtipp: Monika Geier „Alles so hell da vorn“

Ich gebe zu, ich bin ein Fan von Monika Geier. Und ihrer Ermittlerin Bettina Boll. Mit einem Halbtagsjob (sie kümmert sich alleinerziehend um die Kinder ihrer verstorbenen Schwester) jagt diese leicht chaotische, aber vor keinem Abgrund zurück schreckende, immer empathische Pfälzer Kommissarin in ihrem mittlerweile achten Fall die Bösen.

Das gestaltet sich wie immer mäandernd und intuitiv und erlaubt tiefe Einblicke in fremde Gedankenwelten: „Was du mal werden willst: Nichtraucherin. Nee, jetzt im Ernst, ein Körper, der ganz sauber ist, das wär’s. Alle Löcher gehören dir allein. Und deine Lunge und dein Herz auch und vor allem dein Gehirn.“ Die so räsonniert, ist die erste Täterin, die uns begegnet, eine junge Prostituierte, die einen Polizisten im Puff erschießt.  Danach erledigt sie noch einen Zuhälter und einen Schuldirektor namens „Gutvatter“. Warum? Bettina Boll und ihre KollegInnen rätseln. Weitere Täter und Taten deuten sich im Hintergrund an: ein vor langer Zeit verschwundenes Mädchen, sexuelle Ausbeutung in der Familie,  Menschenhandel, Zwangsprostitution, die ahnungsvoll schweigende Dorfbevölkerung und Protektion von höchster Stelle  für Korruption bei der Polizei.

Zudem scheint sogar die Natur ein Hort des Bösen: „Der Baum war wie eine Zeitkapsel, man …  befand sich unversehens im vergessenen Außenposten einer uralten Schattenwelt. Sie stieg aus und fröstelte.“ Das Haus von Bettinas verstorbener Tante Elfriede, hinter einer boshaften Eibe gelegen, birgt verborgene Räume und dunkle Geheimnisse, die Kommissarin hat am Ende selbst eine Leiche im Keller.

Vor allem aber dreht sich dieser packende Krimi um das, was Prostitution aus (jungen) Frauen macht, und auch aus Männern. Und damit letztlich aus unserer Gesellschaft, die das menschenverachtende System der Prostitution legitimiert und fördert. Hier gibt es wenig Helles und viel Dunkles und wenig Hoffnung auf Heilung. Aber das erzählt Monika Geier spannend und mitfühlend bis zur letzten Zeile.

Monika Geier: Alles so hell da vorn. Ariadne bei Argument, Hamburg. 412 S., 13 Euro.

(Verf.: Annette Keinhorst 2017)

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Buchtipp: „Drift“

Buchtipp: „Drift“

Ein Parforceritt durch Länder und Zeiten, eine rasante Geschichte von Flucht und Rettung, vom Ankommen und Entkommen, vom Hinschauen und Wegducken. Und von Schuld und Verantwortung.

Die Ärztin Dr. Metha Engelbrecht gerät auf dem Weg in den Urlaub in eine Überschwemmungskatastrophe ungeahnten Ausmaßes und rettet sich in ein scheinbar unbewohntes altes Haus an einem Hang. Bald tauchen weitere Versprengte auf, und die Schicksalsgemeinschaft versucht, sich mit den Gegebenheiten und miteinander zu arrangieren. Bis ein Floß mit Flüchtlingen auf der Wasserfläche auftaucht und zu kentern droht. Die Menschen flehen um Hilfe, die Hausbewohner fürchten um ihre wenigen Vorräte und ihre Sicherheit…

Was dann passiert, ist einerseits klassische Krimihandlung , psychologisch spannend und nachvollziehbar, andererseits sprengt es die Grenzen von Zeit und Raum. Dabei übernimmt die Literatur eine zentrale Rolle, gleichzeitig treiben die menschlichen Unzulänglichkeiten,  Entscheidungen und deren Folgen die Handlung voran. Nicht zu vergessen eine seltsam faszinierende Hauptfigur, die uns als Erzählerin in ihre beruflich bedingte Sichtweise von Leben und Tod einweiht – sie ist Pathologin – und als Literaturliebhaberin Auswege aus manchem Dilemma eröffnet.

„Drift“ einen Krimi zu nennen, wäre verkürzt. Der Roman ist eine Art globales Road-Movie, ein Öko-Thriller, ein Literatur-und Lesevergnügen ersten Ranges, geschrieben von einer unbedingt zu entdeckenden neuen Stimme im Ariadne-Kosmos: Anne Kuhlmeyer ist gebürtige Leipzigerin, ausgebildete Anästhesistin und jetzt im Westfälischen als Traumatherapeutin tätig. Sie legt mit „Drift“ ihren vierten Roman vor, zum ersten Mal allerdings in der Reihe „ariadne“. Anne Kuhlmeyer ist zudem Mitglied bei „Herland“, der kriminalliterarisch-feministischen Internet-Plattform von bekannten Krimi-Autorinnen wie Doris Gehrcke, Christine Lehmann und Monika Geier (https://herlandnews.com/). (Annette Keinhorst)

Anne Kuhlmeyer: Drift. Reihe ariadne im Argument Verlag, Hamburg 2017. 317 S., 12 €.

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Bücher über Naturwissenschaftlerinnen – eine kleine Auswahl

Bücher über Naturwissenschaftlerinnen – eine kleine Auswahl

Ruth Lewin Sime: Lise Meitner – Ein Leben für die Physik

Charlotte Kerner (Hg.): Nicht nur Madame Curie… Frauen, die den Nobelpreis bekamen

Charlotte Kerner (Hg.): Sternenflug und Sonnenfeuer – Drei Astronominnen und ihre Lebensgeschichten

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